Achentaler Seekarspitze

16.06.2026

karwendelsplittriger Anstieg hochoben über dem Achensee

Liebe Tourenfreunde,

karwendelsplittriger Anstieg hochoben über dem Achensee

am Westufer des Achensees erstreckt sich ein auffälliger Gebirgsstock mit seinen beiden Paradebergen der Seeberg- und der Seekarspitze. Am zu den Karwendel Vorbergen zählenden Kammzug verläuft ein Gratsteig, den ich 2017 als lange Runde absolviert habe. Damals kam es direkt am Grat zu einer eindrucksvollen Begegnung mit einer Steingeißherde, deren Fotos ich in diesem Bericht eingebaut habe.

Charakteristik: Der Anstieg von der Seekaralm am AV-Steig vollzieht sich anfangs durch einen Lärchenwald, danach in einem latschenbewachsenen N-Rücken – sehr steil, aber gut ausgeschnitten. Direkt an der oberen Latschengrenze beginnt der felsdurchsetzte N-Grat mit zwei ausgesetzten Stellen und einer luftigen Querung – Trittsicherheit im typischen Karwendelsplitt ist zwingend erforderlich besonders im Abstieg. Insgesamt legt man zum aussichtsreichen Gipfel der Achentaler Seekarspitze 550 Hm und 1.4 km zurück, was seine Steilheit untermauert.

Steinbock Capra Ibex

Die große Wildziegenart gehört zu den Paarhufern. Das männliche Tier heißt Steinbock, das Muttertier wird als Steingeiß bezeichnet und der Nachwuchs nennt sich Steinkitz.

Im April/Mai zieht der Steinbock etwas tiefer in den Krummholzgürtel, ansonsten wechselt er wieder in die Hochlagen zurück. Selbst im Winter steigt er nicht in die Täler hinab, er sucht vielmehr die vom Wind freigeblasenen Steilhänge und Grate auf. Die hochalpinen Berghänge bieten im Winter tagsüber das wärmere Klima, wenn sich in den Tallagen die sogenannten Kaltluftseen bilden. Die Täler wirken für den Steinbock wie Ausbreitungsschranken genauso wie für andere Tiere die hohen Berge unüberwindbar erscheinen.

Steinböcke sind tagaktiv. Sie leben von Natur aus standorttreu und schließen sich zu Herden zusammen, die ein Großteil des Jahres geschlechtergetrennt zusammenleben. Erst zur Fortpflanzungszeit suchen die geschlechtsreifen Böcke die Steingeißherden auf.

Die Paarung erfolgt im Winter (November bis Januar). Nach einer Tragzeit von 5 bis 6 Monaten bringt die Steingeiß in der Regel ein Kitz, manchmal auch zwei Kitze, auf die Welt. Gleich wie bei den Hirschen gibt es in der Steinbockfamilie auch eine Rangordnung. Nach erbitterten Rangkämpfen darf nur der stärkste Steinbock die Geißherde begatten, er besitzt praktisch einen Harem. Über Winter bleibt er bei der Herde und verlässt diese im Frühling. Die Steinkitze bleiben 2-3 Jahre bei den Müttern. Dann verlassen die Jungböcke die Herde und schließen sich den Junggesellenherden an.

Ein Steinbock kann 15-20 Jahre alt werden, es gibt aber auch einige Tiere über 20 Jahre.

Rostblättrige Almrose Rhododendron ferrugineum

"Rhododendron" …… griech. "Rosenbaum"

"ferrum" …. Eisen, "ferrugo" ….. (Eisen-)Rost, "ferrugineus" ….. rostfärbig (Blattunterseite)

Heidekrautgewächs – die Unterseiten der immergrünen Blätter sind unverwechselbar.

kalkmeidend, nur auf sauren Böden

Alle Teile der Pflanze sind hochgiftig: Ein Blatt oder eine Blüte kann bereits zu Vergiftungserscheinungen führen > Krämpfe, Herzlähmung.

Ein übertriebener ständiger Verzehr von Alpenrosenhonig bewirkt eine Senkung des Blutdrucks und eine Verlangsamung des Herzschlags > wird deshalb in der Medizin als Blutdruckmittel eingesetzt.

Bewimperte bzw. Behaarte Almrose Rhododendron hirsutum

"hirsutum" …… stachelig, borstig, bärtig (behaarte Blattränder) – kalkliebend

Die Pflanzenbehaarung schützt vor Austrocknung durch Wind und intensiver Sonnenbestrahlung. Außerdem bietet die Bewimperung durch die Oberflächenvergrößerung Schutz vor Wasserverlust.

Anmerkung: Rund um den Achensee gibt es keinen einzigen kostenlosen Parkplatz, stattdessen wird man hochgradig abkassiert! Auf allen gebührenpflichtigen Parkplätzen kostet eine halbe Stunde einen Euro, die Stunde 2 Euro und ein Tagesticket mindestens 10 Euro. Die Ganztagspreise liegen derzeit zwischen 10 und 14 Euro. Will man sich die Parkomaten-Fütterung ersparen, kann man auch die digitale EasyPark benützen, muss dann allerdings 15 Prozent der Parkgebühr einplanen.

Bike: AP Achenkirch gebührenpflichtiger PP Seehof Ost 947 m, 12 Euro PG + EasyPark 1.80 Euro – um 7.30 Uhr weg > den Radweg hinab zum Hotel Scholastika 931 m > PP Hinterwinkl Weiderost 940 m > den Forstweg im Seebergwald hoch > Abzw. Koglalm 1285 m km 5.6 > hinab zur Grabenquerung Seekargraben und wieder empor > an der Seekaralm vorbei zur Kehre mit Bikedepot 1504 m km 7.9

Hike: Start um 8.50 Uhr 1504 m – den AV-Steig hoch – durch den Lärchenwald zu den Latschen > steil am N-Rücken empor > Latschenende und zugleich Beginn des felsdurchsetzten N-Grats 1857 m km 1.0 > gut markiert den N-Grat hoch zum GK – Achentaler Seekarspitze 2052 m – um 10.15 Uhr erreicht – 550 Hm auf km 1.4 – famose Aussicht und fulminante Tiefblicke auf den Achensee – 1stündiger Abstieg

Bikerückfahrt: nach ausgedehnter Rast am Ostufer des Achensees zurück zum Auto – 25minütige FZ – um 13.50 Uhr zurück

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