Gerlossteinwand

04.03.2026

feiner Genussabstecher zum Gerlosstein

Liebe Tourenfreunde,

feiner Genussabstecher zum Gerlosstein

derzeit dominiert ein frühlingshaftes mildes Hochdruckwetter, dem Mehlstaub geht es stündlich an den Kragen - die Tourenbedingungen für den Pulver werden immer schlechter, aber dass es so gut geht, hätte ich mir nicht gedacht! Am Vortag zog eine schwache Kaltfront durch, die auf den Bergen ca. 2-3 cm Neuschnee gebracht hat. Ob der zauberhaften Landschaft rund um die Gerlossteinwand waren mir die Schneebedingungen von Haus aus egal und so fuhr ich Richtung Gerlos nach Hainzenberg, mit der Gerlossteinbahn hinauf, danach kurze Abfahrt zum Larchkopflift, mit dem Schlepper hoch zum Lifthäuschen, dem eigentlichen AP auf 1750 m – im Anschluss mit den Tourenskiern empor auf den Freikopf, dem Südgipfel der Gerlossteinwand 2198 m.

Bedingungen: Im Gerlosssteiner Schigebiet nur wenig los, erste Gondelauffahrt um 8.30 Uhr möglich – eine großartige Aufstiegsspur mit zahlreichen Abfahrtsspuren vorhanden, pistenartiger Charakter, dennoch ca. 2-3 cm Pulver auf Harsch bzw. Bruchharsch, Steinkar ca. 20-30 cm Pulver, viel Schnee, Winterlandschaft pur – am AP Lifthäuschen Pistenende 1750 m ca. 2-3 cm Neuschnee auf stattlicher Altschneedecke – Kaiserwetter: windstill, warm, wolkenlos, strahlender Sonnenschein – Steinkar: ca. 20-30 cm Neuschnee, 5 Abfahrtsspuren vorhanden , Gipfelbereich unberührt, würde ich wegen der tückischen Altschneedecke auch nicht gehen - um ca. 10.10 Uhr in der Ostflanke der Freikopfscharte Schnee bereits gefirnt – danach obwohl westseitig exponiert bis zum Freikopf wieder pistenartig pulvrig – Traumabfahrt besonders im Steinkar

Gerlossteinwand und Steinkarspitze: Die nordseitigen Steilabbrüche der markanten Gerlossteinwand, dieser mächtigen Kalk-Dolomitenmasse, sind von weitem schon auszumachen > einzigartig und unverkennbar. Für mich um Häuser interessanter, ist aber die selten besuchte Steinkarspitze, weil das Steinkar als reines Nordgelände immer Pulver bietet. Allerdings besonders im Gipfelhang sollte eine sichere Lawinenlage herrschen, also nur bei LWS 1.

Vom Lifthäuschen dem Pistenende auf 1750 m wandert man im Almrosengelände durch ein Zirbenwäldchen, stets mit faszinierenden Blicken auf die Gerlossteinwand, am AV-Steig zum Heimjöchl 1996 m. Von da an bleibt man noch bis ca. 2130 m auf der Hauptroute Richtung Freikopfscharte.

Steinkarspitze:

In der Folge kann man entweder den ersten Steilhang am Fuße des NW-Kamms umgehen oder auf ca. 2000 m vorher direkt in der kurzen Steilstufe aufsteigen. Danach legt sich das Nordterrain etwas zurück, der Anstieg ist praktisch vorgegeben. Schließlich erreicht man auf ca. 2200 m den NO-Grat, wo man die Wintertour beenden sollte.

Doch die Steilwandfanatiker queren den extrem steilen Gipfelhang leicht ansteigend hinüber zum NW-Grat auf ca. 2250 m mit dem Schidepot. In der Folge tourt man zu Fuß am NW-Grat zur aussichtsreichen Steinkarspitze auf 2287 m.

Gerlossteinwand:

Das mächtige Kalk-Dolomitenmassiv besteht aus zwei auffälligen Erhebungen, zum einen aus dem Nordgipfel mit dem Hauptkreuz auf 2166 m, und zum anderen aus dem um ca. 30 Hm höheren Südgupf, dem Freikopf mit 2198 m. Letzterer wird hauptsächlich im Winter bestiegen, weil er ohne Gegenanstieg erklommen werden kann.

Namenserklärung Gerlos

Der Tal- und Dorfname leitet sich ursprünglich von "Gerlaise" ab.

Er setzt sich aus zwei Silben zusammen:

"Ger, Gehr" …. spitz zulaufendes Stück Land, Zwickel, keilförmige Flur

german. "gaizo", althdt. "gero", mhdt. "ger"

Hinterglied: "laise" ….. Spur, Furche – althdt. "leisa", mhdt. "leis"

Die "Gerlaise" kann als Ge(h)ren-Furche gedeutet werden.

Daten: Gerlossteinbahn Talstation 920 m plus 1 Grad – Gondelauffahrt um 8.30 Uhr > Bergstation 1640 m > die Piste hinunter zum Larchkopflift Talstation 1570 m > mit Schlepper hinauf > Lifthäuschen Pistenende 1750 m > Auffellen und um 9.05 Uhr weg > Anstieg zum Heimjöchl 1996 m – 250 Hm auf 1.3 km > durch ein kleines Tälchen empor zur Verzweigung Gerlossteinwand-Steinkarspitze 2130 m > die Ostflanke zur Freikopfscharte 2155 m hoch > anschließend über eine breite Latschengasse problemlos hinauf zum Südgipfel der Gerlossteinwand dem Freikopf 2198 m – um 10.35 Uhr erreicht: 450 Hm auf 2.2 km – Traumabfahrt um 11.05 Uhr zur Bergstation > Gondelabfahrt - um 11.55 Uhr am AP plus 8 Grad, im Inntal plus 13