
Klobenjoch
steile Freaktour im typischen Riffkalk
Liebe Tourenfreunde,
steile Freaktour im typischen Riffkalk
Klobenjoch
Die unverkennbaren NO-Wände der imposanten Klobenjochgruppe stechen jedem Wanderer sofort ins Auge, wenn er einmal das wunderbare Wiesenplateau unterhalb des Klobenjochs betreten hat.
Das zum Rofangebirge zählende Klobenjoch ist als mächtiges einzelstehendes Massiv eine Art naturbelassenes Refugium im grenzenlosen Erschließungswahn unserer Zeit. Daher nimmt das Klobenjoch eine Sonderstellung im überlaufenen Rofan ein, wo es bekanntlich nur so von Bergtouristen so wimmelt.
Auf der Südseite führt von der häufig besuchten Dalfazalm der Normalanstieg, der trotz fehlender Markierung jedoch relativ leicht auszumachen ist. Dass der Gipfel mit seinem kleinen Gipfelkreuz durch seine Eckposition ein hervorragender Aussichtsberg ist, versteht sich von selbst.
Geologie: Das mächtige Klobenjochmassiv zählt zu der Oberrhätkalk-Formation und weist ein Alter von ca. 200 Millionen Jahren auf. Das runde Korallen-Riffkalk-Gestein verwittert durch seine Felshärte nur sehr langsam im Gegensatz zu den angrenzenden Hechenbergköpfen, deren Felsgebilde, Türme und Nadeln aufgrund des Riffschuttkalkes rapid abbröckeln.
Nordroute
Im Internet und auf Bergportalen stößt man auf keinen einzigen Hinweis auf irgendeine Besteigung vom Norden her. Doch als versierter und erfahrener Karwendelgeher weiß ich, dass sich manchmal furchterregende Abschnitte im Nachhinein als völlig harmlos entpuppen > da gibt es nur ein Motto: Probieren geht über Studieren.
Von der Senke aus, unmittelbar nach dem ehemaligen Kotalm Hochleger (Ruine), muss weglos eine latschendurchsetzte Felsblockzone in einigen Auf und Abs überwunden werden. Danach wird das Terrain sanfter und sandiger. Nach Passieren des faszinierenden Klobenjochkindes, einem alleinstehenden großen Felsgendarm, steuert man genau auf die Verschneidung im NW-Grat des Hechenbergs zu. Das Findelkind sieht von der Seite her wie ein Hasenkopf aus, daher kann man getrost vom Klobenjochhasen sprechen.
Vor Erreichen der Gratschneide muss man unbedingt einmal zur Abbruchkante in den Hechenberggraben gehen. Dort stehen einige Felsnadeln und ein einzelnstehender Felsblock mit einem natürlichen Felstor > man kann ruhig dort seinen Kopf durchstecken und in den Graben hinunterschauen – gewaltig.
Von der Schneide leitet eine Traverse auf eine Art Terrasse an den südwest-seitigen Geröllhalden des Klobenjochs hinüber zum Ende des Felssporns. Die Latschenwege wachsen leider zu und sind nur schwer erkennbar. Kurz durch ein schmales Latschenband hinab zum Nördlichen Latscheneck bei der schönen Wiese, dann am östlichen Latschenrand hinunter, bis man auf einen Jagasteig (Anstieg von der Dalfazalm)stößt.
Der traumhafte Pfad wurde im südseitigen Latschenfeld der sanften Klobenjochflanke ausgeschnitten und reicht wahrscheinlich bis zum Steinernen Tor ( kann man eventuell als Rückweg benützen). Am Beginn des Jagasteigs darf man keinesfalls nach ca. 80 m den unscheinbaren Abzweiger zur Klobenjochspitze versäumen > ein deutliches K auf einem Stein erkennbar. Kurz vor Erreichen des Gipfels gilt es mittels Spreizschritt über eine Felsspalte zu steigen. Dabei helfen zwei gespannte Seile.
Am Rückweg kann man in den sausteilen Hechenberggraben einsteigen – der Abstieg läuft ganz gut, sandig und steinriesig > Riesenabkürzung, aber extremst steil. Nachdem ich 2018 dort hinuntergestiegen bin, versuchte ich diesmal eine andere Route und zwar am Rand des Hechenbergmassivs – Fazit: Auch nicht viel besser! Weiter unten kommt man wieder auf den AV-Steig, der zum Kotalm Mitterleger führt.
Anmerkung: Die Nordroute ist ein Bergzuckerl sondergleichen – fantastisches Terrain, besonders sehenswert der Klobenjochhase und der Hechenberggraben. Lohn der Strapazen ist die überwältige Gipfelaussicht und die Tiefblicke auf den wildromantischen Achensee. Bei Schnee, Nässe und schlechtem Wetter würde ich Tour nicht empfehlen. Man braucht ein enormes Gespür für die Wegfindung.
Bike: Start am Wander-PP Achenkirch Seehof Ost 947 m – Stat. null Ldstr. Auffahrt Kotalm 946 m - 6.40 Uhr - plus 11 Grad - PG 12 € > die Forststraße hoch > Brücke Labschlaggraben 1144 m km 1.4 > kurz ausgesetzt empor > Kotalm Niederleger 1262 m km 2.5 > Kotalm Mitterleger Wohngebäude 1607 m km 5.5 > Felsblock 1630 m km 5.9 – 7.35 Uhr
Hike: um 7.45 Uhr los - den AV-Steig empor > Kotalm Hochleger Ruine 1814 m km 1.2 > ab hier weglos rein in die Senke und in der Felsblockzone hoch – Gräben, Latschen, tiefe Spalten und Löcher, wild und rau – nach dem Felssturzgelände wird das Terrain sanfter und sandiger > am Klobenjochhasen vorbei > Gratschneide NW-Grat Latschenrand Überschreitung Nord- auf Südseite 1980 m km 2.1 > Traverse > Nördliches Latscheneck 1985 m km 2.3 > Einstieg Jagasteig (Normalroute von Dalfazalm) 1965 m km 2.4 > Abzweiger bei einem Stein mit "K" 1975 m > Felsspalte kurz vor dem Gipfel: Zwei Seile erlauben einen Spreizschritt > Klobenjoch GK 2041 m – 490 Hm und km 2.7 – 10.05 – Abstieg um 10.20 Uhr: nach der Gratschneide 1980 m Abkürzung hinunter am Rand des Hechenbergmassivs – extrem steil > Querung AV-Steig 1700 m 4.0 km > AV-Steig > Bikedepot 1630 m 4.6 km – 11.25 Uhr
Bikeabfahrt: 15-minütige Abfahrt auf km 5.8 zum AP – um 12.45 Uhr angekommen – 21 Grad/Inntal 23 Grad

