Sonnjoch-Gressenstein

30.07.2025

flippige Rundtour im Hintersten Luegergraben

Liebe Tourenfreunde,

flippige Rundtour im Hinteren Luegergraben

die Normalroute über das Steinbergjoch auf das Gressensteiner Sonnjoch dürfte vielen Berggehern bekannt sein, der anschließende Gratsteig über den Gressenstein zum Großen Beil auch, doch der weglose Abstieg über das Westliche Gressensteinkar die steilen Westflanken hinab bis zur Querung des Bettlersteigs, wird wohl nur den Freaks vorbehalten sein. Die wärmende Sonne zeigte sich an diesem Tag nur wenig, daher trocknete es auch nicht auf, was den weglosen Abstieg zum Bettlersteig spürbar verschärfte – meterhohe Almrosen, sumpfig und tief-löchrig.

Sonnjoch-Gressenstein

Von der bewirtschafteten Steinbergalm 1712 m mit dem Bikedepot wandert man über das Steinbergjoch 1907 m am AV-Steig empor zum Äußersten Gupf des Südkamms 2198 m und in der Folge am breiten Grat zum Sonnjoch 2292 m – 580 Hm auf km 3.0.

Danach folgt man den markierten Gratsteig mit einigen Gegenanstiegen zum Gressenstein 2216 m. Dabei wird der felsige Grat auf der Westseite umgangen.

- 650 Hm auf km 3.9.

Anschließend wandert man westlich des Felsgrats hinunter zum Nordsattel Gressenstein 2150 m – km 4.4. Hier könnte man zum Großen Beil hochtouren.

Aus dem Sattel steigen wir weglos über Almrosengelände und sumpfigen Terrain, sich eher rechts haltend, die Westliche Gressensteinmulde hinab zur Querung des Bettlersteigs 1840 m – km 5.2, auf dem wir über das Weg-Eck-Köpfl (Anstieg) 1758 m zum AP 1712 m zurückkehren – 680 Hm und km 6.1

Namensableitung Gressenstein

ursprünglich aus dem Romnischen "grava" …. Flusskies, Geröll, Sand

althdt. "gress" …. Schutt, Schotter, Gries, Kies

Fetthennen- bzw. Bach-Steinbrech Saxifraga aizoides

lat. "saxum" …. Fels, Stein, Felsgestein

lat. "frango" …. zerbrechen

lat. "saxifraga" …. die Zerbrecher des Felsens, die Felszerbrechenden, die Felsbrecher

Der Begriff bezieht sich auf den Umstand, dass die Steinbrechgewächse vorwiegend in schmalen Felsspalten ihre Wurzeln hineintreiben, bis sie auseinanderbrechen.

Otto Leixl: Am Steinbergjoch steht das Otto Leixl Denkmal.

Dieser außergewöhnliche Bergpionier von der Sektion München ist nach vielen Erstbesteigungen bei der Besteigung der Watzmann Ostwand tragisch tödlich verunglückt, und zwar im Jahre 1922 im Alter von nur 30 Jahren.

Ein Schlechtwettereinbruch überraschte damals 2 Seilschaften. Das Resultat:

5 Tote, nur 2 Überlebende. Alle Toten starben an Erschöpfung, Otto Leixl schlief wahrscheinlich vor Ermüdung ein und wachte nicht mehr auf > keine Verletzungen. Der damalige Alpinbericht der Berchtesgadener Bergrettung über diese Bergsteigertragödie liest sich wie ein Krimi und es ist erstaunlich, dass dieses Ereignis noch nicht verfilmt wurde.

Die berüchtigte Watzmann-Ostwand, die sogenannte Bartholomäwand, eine der höchsten Wände in den Ostalpen, hat bis dato schon über 100 Todesopfer gefordert > die Problematik: Es fehlt die Möglichkeit, heranziehende Schlechtwetterfronten aus dem Westen frühzeitig zu erkennen, ein Rückzug ab Wandmitte ist fast unmöglich. Auch lagert auf den schmalen Felsbändern noch oft Schnee weit in den Juni hinein und dieser rutscht im Laufe des Tages nach der natürlichen Erwärmung ab und verursacht den gefährlichen Steinschlag.

Bike: Start Inneralpbach vom Wander-PP am Eingang Lueger-/Greitergraben 1000 m um 7.55 Uhr – keine PG und freie WC-Benützung > hinein in den Luegergraben am Luegerbach entlang> letzter PP Beginn Schotterstraße 1160 m bei km 2.5 > Brücke über Lueger Bach 1201 m bei km 3.0 > Abzw. Mareitalmen 1450 m bei km 5.3 > Faulbaumgartenalm 1490 m, Weg 1485 m bei km 5.8 > Abzweigung Stadlkehralm 1515 m bei km 6.2 > Filzalm 1634 m bei km 7.2 > Steinbergalm 1712 m - um 9.05 Uhr erreicht: 710 Hm auf km 7.9

Hike: um 9.15 Uhr weg – den AV-Steig empor zum Steinbergjoch 1907 m: Hier steht das Otto Leixl Denkmal > an der Südseite rampenförmig den AV-Weg folgend bis zum äußersten Gupf des Südkamms > Grathöhe Südkamm 2198 m > den breiten Südkamm empor zum Gipfelkreuz – Sonnjoch 2292 m – 580 Hm auf 3.0 km – um 10.50 Uhr angekommen – um 10.55 Uhr am Gratsteig weiter > hinab 2255 m > empor zum felsigen Gratköpfl 2272 m > den Felsgrat westlich hinunter zum Südsattel Gressenstein 2170 m > empor zum Gressenstein 2216 m – 11.30 Uhr – Rast – um 11.50 Uhr weiter > am Gratsteig hinab 2200 m und empor zum Felsköpfl 2215 m > hinunter auf der Westseite zum Nordsattel Gressenstein 2150 m – 12.10 Uhr – ab hier weglos die Westliche Gressensteinmulde hinab > Querung Bettlersteig 1840 m > Bettlersteig > Weg-Eck-Köpfl 1758 m > AP 1712 m – 13.00 Uhr – gesamte Runde 680 Hm und 6.1 km.